Aktuelles

RHYTHMUS-STIMME-RITUAL

Workshop

Feuer, Erde, Wasser, Wind und Wellen, die Kraft der Bäume und der Sternenhimmel…

Gerade zur Vollmondzeit werden die Elemente und Kräfte der Natur in und um uns erfahrbar, wenn sich die Tore der spirituellen Welt durch Klänge, Trance und Tanz für uns öffnen. Dann wird unsere Sehnsucht nach Verzauberung fühlbar, die Teilhabe an etwas Größerem und Verschmelzung erlebbar.

Dr. Donate Pahnke McIntosh, Religionswissenschaftlerin und Körpertherapeutin, Leiterin des Selene-Instituts in Bremen (www.selene-institut.de) und erfolgreiche Autorin („Göttinnen und Priesterinnen“, „Wir sind ein Kreis“…) gibt eine fundierte Einführung in die Grundstrukturen des Rituals und zeigt Wege zu einer lebendigen Spiritualität.

Termin: 30. Juni 2012, 16-20 Uhr

Ort: Toulouse Institut, Beerenweg 1d, 22761 Hamburg

Kosten: 55 Euro

Info&Anmeldung: 040-565073, weiseeule@gmx.de.

****************************************************************

Neu erschienen:

Dieses Buch enthält die schönsten Rituallieder der
naturreligiösen Bewegung in Deutschland, Europa und
den USA. Die rund 100 Lieder sind über die Jahre wieder
und wieder im Ritual gesungen und erprobt worden, haben
Veränderungen und Ergänzungen erfahren und so etwas
wie eine eigene Seele entwickelt. Sie führen die Singenden
in die Tiefe und Öffnung des eigenen Bewusstseins, in stille
Kontemplation oder ekstatischen Tanz.
Das Singen spiritueller Lieder berührt die Seele dann
am tiefsten, wenn in der eigenen Muttersprache gesungen
wird. Deshalb wurden für diese Sammlung eine Reihe
ursprünglich fremdsprachiger Lieder in eine singbare,
poetische deutsche Form gebracht. Und alle Lieder wurden
mit Notenschrift versehen.
Diese Sammlung umfasst Kreislieder, Elementelieder,
Lieder für die Natur und die Große Göttin, Lieder für das
Leben und das Sterben, Zauberlieder, Wandlungslieder,
lustige Lieder, kämpferische Lieder, Heilungslieder und
Chants ohne Worte. Mit Beiträgen von zahlreichen
Liedermacherinnen, Autorinnen und Komponistinnen
wie Starhawk, Gila Antara, Arunga Heiden, Luisa Francia,
Amei Helm und Astrid Kuby.

——————————————————————————————————–

Hier ein Auszug zum Hineinlesen:

VORWORT UND DANKSAGUNGEN

Dieses Buch hat eine längere Vorgeschichte. Genau genommen reicht sie bis in die frühen 1980er Jahre zurück, in die Zeit, als es mit der spirituellen Frauenbewegung in Deutschland so richtig losging, etwa zehn Jahre nach dem Einsetzen der politischen Frauenbewegung. Politisch waren wir damals ja schon alle gewesen, aber die Sache mit der Göttin haben wir uns erst viel später getraut. Zwar waren da die ersten feministischen Bücher übers Matriarchat erschienen, gefolgt von den ersten Hexenbüchern, wir machten uns kundig über die Frauen der Urgeschichte und über antike Göttinnen und begannen, im Geheimen davon zu träumen, selbst einmal so aufregende Dinge wie ein Vollmondritual zu erleben. Aber die eigentliche Praxis, die eigenständige Gestaltung von Ritualen nach unseren persönlichen Vorstellungen und Bedürfnissen, kam erst viel später. Es gab ja noch kaum Vorbilder und vor allem, es gab noch keine Lieder. Meditieren war gut, spiritueller Austausch war gut, Tanzen war gut, Symbolhandlungen vollziehen war gut, aber Musik? Was sollten wir singen?
Für mich wie für viele andere war es ein Urerlebnis, als die ersten neuen Rituallieder aufkamen, anfangs zumeist importiert aus dem englischsprachigen Raum. “Air I am”, “We all come from the Goddess”, “She changes everything she touches”, “Isis, Astarte, Diana, Hekate, Demeter, Kali, Inanna” und natürlich das für dieses Buch titelgebende “We are a circle” – diese Lieder gingen uns direkt unter die Haut. Auf einmal konnten wir so singen, wie wir es uns schon immer gewünscht hatten! Da war endlich die Musik, nach der wir gehungert hatten, da war der Rhythmus, da war die Schwingung, da lernten wir, uns in andere Bewusstseinszustände hinein zu singen. Wir bekamen eine Ahnung davon, wie sich die Energie im Ritual über den Gebrauch unserer Stimmen lenken ließ, mit welchen Rhythmen wir in Trance und wieder heraus kamen, mit welchen Gesängen wir in Tanz oder in Stille kamen. Jetzt war endlich Musik drin!
Für viele blieben die englischsprachigen Lieder die bevorzugte Art des Singens. Andere, so wie ich, fanden, dass ein Kreis, der in der eigenen Muttersprache singt, sich tiefer einlässt und tiefere spirituelle Erfahrungen möglich macht. Also fingen wir an, unsere Lieblingslieder zu übersetzen, und zwar mit solchem Engagement, dass zeitweise ein regelrechter Wettbewerb um die beste und schönste Übersetzung entstand. Da standen wir dann miteinander im Kreis und mindestens drei Frauen beklagten sich: “Ich kenn das aber gaanz anders!” Im Endeffekt haben wir uns immer irgendwie geeinigt, umso mehr, als nun auch die ersten deutschen Rituallieder entstanden waren und ihre eigene Tradition entfalteten.
Für mich selbst war das Singen im Ritual immer etwas ganz besonders Wichtiges und Schönes, und bis heute kann ich mir keine gelungene Zeremonie ohne die passenden Lieder und Chants vorstellen. Seit den Anfangszeiten der naturreligiösen Bewegung habe ich Rituallieder gesammelt, ausprobiert, übersetzt, ergänzt, unterrichtet und wieder und wieder mit den unterschiedlichsten Kreisen gesungen. Die Ritualform der Naturreligiosität ist eine orale Tradition, sie basiert auf persönlicher Erfahrung und mündlicher Weitergabe. Aber wie soll man etwas weitergeben, an das man sich manchmal gar nicht mehr so genau erinnert und das man nirgends nachlesen kann? Einzelne Rituallieder waren ja durchaus in diesem oder jenem Kontext zu finden, aber sie waren oft verstreut und gingen zwischen anderen Liedern und Texten unter. Immer wieder klingelte bei mir nach Workshops oder Festen das Telefon und jemand bat: “Kannst du mir bitte nochmal das So-und-so-Lied vorsingen, ich habe die Hälfte vergessen?” Wohl Hunderte von Malen habe ich am Telefon gesungen, und es wurde immer deutlicher: Ein Liederbuch muss her!
Ich begann, nach jemandem zu suchen, die oder der erstens musikalisch genug war, um ein Lied vom Hören in Notenschrift umzusetzen und zweitens ein Musikprogramm auf dem Computer hatte und damit auch umgehen konnte. Es wurde eine lange Suche über viele Jahre, aber schließlich hatte ich Glück und traf bei einem Workshop in der Alma-Mater-Akademie auf Sylke Zimpel aus Dresden. Sylke ist diplomierte Komponistin und war sofort für das Projekt zu begeistern. Danach ging alles ganz leicht und schon nach wenigen Monaten war die Notenschrift fertig. Ich bin Sylke für ihren unermüdlichen Einsatz, ihre Freude am Arbeiten und ihre kongeniale Professionalität unendlich dankbar. Mit ihr zu arbeiten ist ein pures Vergnügen, und so freut es mich besonders, dass sie für dieses Buch auch eine ihrer eigenen Kompositionen zur Verfügung gestellt hat: die Vertonung von Luisa Francias zauberhaftem Gedicht “Die Seele” (Nr. 63).
Ein großes Dankeschön geht an alle Liedermacher/innen, Autor/innen und Komponist/innen, die mit ihren Werken zu diesem Buch beigetragen haben. Alle sind sehr bereitwillig auf meine Anfrage eingegangen und haben die Niederschrift der Lieder in jeder Weise unterstützt. Ein besonderer Dank geht an meine Freundinnen Starhawk, die mir das Trommeln und die Energiearbeit beigebracht hat, und Gila Antara, deren berührende Lieder mich durch manche Lebenskrise begleitet haben.
Fast alle, die zu diesem Buch beigetragen haben, bieten auch eigene Kurse und Workshops an; die Adressen finden sich im Anhang. Es ist mir indes trotz intensiver  Recherchen leider nicht geglückt, manche Urheberschaften und Kontaktadressen ausfindig zu machen. Für Hinweise jeder Art bin ich dankbar und werde sie selbstverständlich in späteren Auflagen berücksichtigen.
Die Erika-Wisselinck-Nachlassgesellschaft hat das Buch äußerst großzügig unterstützt, dafür danke ich von Herzen. Noch kurz vor ihrem Tod hat Erika Wisselinck, die begnadete Autorin und Übersetzerin, auf dem Hambacher Schloss 2000 den großen Spiraltanz zur Eröffnung der “Ausrufung des Jahrtausends der Frau” mitgetanzt. Vielleicht würde es sie freuen, dass das Visionslied, das wir damals gesungen haben und von dem sie sehr angetan war, in dieses Buch aufgenommen wurde (Nr. 39).
Ein herzlicher Dank geht an das Dresdener Frauenbildungszentrum, das mich eine Woche lang kostenlos beherbergte und mit allem Nötigen versorgte, als ich zur Intensivarbeit an der Notenlegung in Dresden war.
Christel Göttert danke ich für die interessierte, unkomplizierte und unterstützende Drucklegung des Buches.
Meinem Mann Christopher McIntosh danke ich für das gemeinsame Singen im Kreis, für seine klarsichtigen Kommentare zu diesem Buch und für die nimmermüde liebevolle Versorgung mit Kaffee, Kräutertee und Massagen.
Von ganzem Herzen geht ein besonderer Dank an alle Frauen und Männer, die über Jahrzehnte in den unterschiedlichsten Zusammenhängen mit mir gesungen haben. Die Reclaiming-Witchcamps waren unerschöpfliche Quellen der Inspiration, und unzählige Kreise, in denen ich als Teilnehmerin oder Leiterin war, haben mich an Stimme und Seele reich gemacht. Aus vielen Ländern und Zusammenhängen habe ich Lieder mitgenommen, in mir bewegt, wieder und wieder gesungen und mit anderen geteilt. Diese Lieder sind ein Schatz, und so wie die Liebe selbst hat dieser Schatz die Eigenschaft, immer größer und schöner zu werden, je öfter wir ihn mit anderen teilen. Möge dieses Buch dazu beitragen, dass immer mehr spirituelles Singen in die Welt kommt!